Lehrerblog Lehrercoaching Vertan sagte der Hahn und stieg von der Ente

Vertan, sprach der Schwan und stieg von der Ente

Hallo ihr Lieben,

neulich im Coaching: „Frau Vetten, verdammt, wieso konnte ich das nicht vorher wissen, dass der Lehrerjob mit all seinen Herausforderungen und Anforderungen nicht vollumfänglich zu mir passt oder ich nicht alle Erwartungen erfüllen kann, die an mich gestellt werden? Mein innigster Wunsch war immer, Lehrer zu werden. Mich schmerzt das richtig. Jetzt stehe ich hier mit meinem Studium, meinem Referendariat und dem Wunsch, schnell das Weite zu suchen. Was ist denn hier bitte falsch gelaufen?!“

Verständlich, da habt ihr mit Studium und Referendariat unter Umständen Jahre auf dem Buckel und stellt dann fest: What? Statt dem Schwan bekommt ihr halt die Ente.

So oder so ähnlich geht es vielen. Mir ehrlich gesagt auch, als ich nach vielen Weiterbildungen am entscheidenden Point of Return stand. Den perfekten Job gibt es ohnehin nicht, was zum einen sicher wahr, andererseits auch eine schöne Floskel von Menschen ist, die einem genau das sagen, um sich selbst zu rationalisieren und zu begründen, trotz Unzufriedenheit, bis zur seligen Pension auszuharren. Alternativ dazu: Woanders ist es auch doof. Woanders ist es aber auch schön oder noch schöner.

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Zunächst mal, seid nachsichtig mit euch selbst und freut euch darüber, dass ihr so früh spürt, dass sich die Gegebenheiten für euch nicht stimmig anfühlen. Andere gewinnen diese Erkenntnis nach x Jahren und auch dann ist ein Switch möglich.

Die Frage ist doch vielmehr: Woher zum Teufel wollt ihr das vorher wissen, wie, wo oder was eben ist? Das kann keiner wissen. Manchmal gehen dann halt Wunsch und Wirklichkeit auseinander.

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Auch die paar Tage Praktikum im Studium reißen das nicht raus. Da wird maximal geschaut, ob ihr als Lehrer geeignet wärt, wenn überhaupt, oder annähernd mit den Schülern klarkommt. Ich könnte jetzt wieder damit wieder anfangen, was schon im Studium fehlt oder im Referendariat abgeht oder auch nicht, aber das ist heute nicht das Thema. Das Thema ist, Du hast eine andere Vorstellung von dem gehabt, was wirklich ist. Oder Du hattest vielleicht keine Vorstellung und merkst, so wie es ist, passt es eben auf Dauer nicht. Und das war es auch schon. Kein Grund für Selbstvorwürfe, das könnt ihr direkt wieder einstellen. Seid nachsichtig mit euch selbst und go on.

Fragt euch stattdessen: Wie seid ihr hierhin gekommen? Was könnt ihr aus der Situation und Erkenntnissen für euch mitnehmen? Und was macht ihr nun damit? Bleibt ihr dabei und strickt an euch rum, bis es eben passt (zugegeben der Gedanke ist logisch, da wir uns ja primär selbst ändern können und andere nicht so gut) oder geht ihr und sucht einen Ort, der für euch stimmiger ist? Die Frage ist immer wozu?

Bianka Vetten

Bianka Vetten

Dein Lehrercoach & Partner

Ehemalige leidenschaftliche Studienrätin und Ausbilderin, Business- und Karrierecoach, Trainerin, Reiss Motivation Profile Masterin, Personal-, Organisations- und Teamentwicklerin

bianka@lehrercoaching.de