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Love it – Change it – or Leave it!

Love it change it or leave it: Ihr habt immer die Wahl, selbst zu entscheiden – und was Steven Jobs damit zu tun hat!

In Anlehnung an meinen vorherigen Post, erlebe ich immer wieder, wie Menschen ihre Macht abgeben. Auch Lehrerkollegen, die zwar schimpfen wie ein Rohrspatz, allerdings ihre Potentiale und Fähigkeiten, also auch ihre Macht, eben nicht mehr wahrnehmen.

Love it, change it, or leave ist ist eine gute Leitmaxime, um das eigene Ruder wieder in die Hand zu nehmen und zu überprüfen, was wirklich in eurer Macht steht und was nicht.

Hier ein kleines Beispiel:

Ihr ärgert euch über das Schulsystem, das Beamtentum, die Schulleitung, die Kollegen, die Schüler, …..? hier könnt ihr alles einsetzen, was ihr denkt, was sich ändern sollte, damit es euch gut geht.

1. Love it!

Fragt euch, könnt ihr alles so annehmen, wie es ist und dabei glücklich und zufrieden sein? Wenn nicht, dann folgt Annahme 2)

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2. Change it!

Seid ihr in der Situation, also habt ihr Macht, die Umstände zu ändern? Einige von euch könnten jetzt sagen „Noch nicht, aber wenn ich Schulleiter bin, dann vielleicht.“ Guter Gedanke, allerdings muss ich euch hier den Zahn ziehen. Bitte reflektiert nochmal in welchem System ihr euch befindet und welche Aufgaben das Beamtensystem mit sich bringt und damit auch die Aufgaben einer Schulleitung. Es kann sehr ernüchternd sein, sich jahrelang auf dieses Amt zu bewerben und abzuarbeiten, und dann festzustellen, das ist eigentlich nicht das, was ich mir vorgestellt habe, meine Möglichkeiten hier an der Stelle sind begrenzt. Prüft deshalb bitte genau, welche reelle Macht ihr als Schulleitung genau haben könntet und was damit an Veränderungskompetenz verbunden ist.

Andere hingegen könnten zu der Erkenntnis kommen: „In meinem Klassenraum habe ich Macht, da könnte ich ggf. die Methoden anwenden, die ich möchte, um zum Lernziel x aus dem Lehrplan/Lernfeld/Lernsituation y zu kommen. Das reicht mir.“ Oder euch stress der Berufsalltag aufgrund der ganzen Herausforderungen und Anforderungen, was völlig nachvollziehbar ist, dann werdet ihr euch vermutlich um Anti-Stress-Strategien bemühen. Im besten Fall reicht das. Wenn nicht, dann kommt ihr unweigerlich zur Annahme 3), wenn euch eure Gesundheit am Herzen liegt.

Wenn eure Veränderungsmöglichkeiten jedoch beschränkt sind (z.B. werdet ihr keine anderen Menschen ändern können, das können sie nur selbst, also konkret bedeutet das, wenn ihr euch über jemanden ärgert, dann hat euer Ärger etwas mit euch selbst zu tun, ihr werdet euren Gegenüber jedoch nicht ändern, ihr könntet ihm maximal sagen, xyz ärgert mich, verletzt mich, ich möchte das nicht etc. was er daraus macht, ist allerdings wieder seine Entscheidung, so wie es deine ist, mit dem Ärger umzugehen), horcht gerne in euch rein, welches Bedürfnis hier nicht erfüllt ist und wo ihr euch selbst verändern könntet, damit es sich erfüllt. Z.B. das System Schule stinkt euch? Dann prüft für euch, ob ihr eine Haltung einnehmen könnt, die es euch möglich macht, das System für euch gedanklich anders zu parken und die Vorteile zu sehen. Prüft genau, ob die Vorteile überwiegen, in Balance sind oder unterpräsent sind oder sogar die Nachteile nicht aufwiegen! Kommt ihr zu der Erkenntnis, dass ihr auf keinen grünen Zweig kommt, kommt zur Annahme 3)

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3. Leave it!

Ihr habt bis hierhin wirklich gut geprüft, ob ihr die Macht habt, gewisse Umstände und Ursachen zu ändern. Wenn nein, dann habt ihr wirklich gut geprüft, ob ihr eine andere Haltung zu den Umständen und Ursachen einnehmen könnt. Wenn das auch nicht geht, weil ihr z.B. gegen eure Werte, Haltungen, Bedürfnisse etc. handeln müsst, also gegen eure eigene Integrität, bleibt euch nur noch eins: Leave it. So krass sich das anhört. Hier ein Beispiel: Wenn ihr in dem System, wo ihr gerade seid, nicht glücklich seid, z.B. im System Schule, dann müsst ihr euch aufmachen, um nach den Umständen zu suchen, die euch gut tun. Das ist wirklich wichtig, wenn ihr Annahme 1 und 2 wirklich gut geprüft habt und bei Punkt 3 landet. Wenn ihr hier ausharrt und ignoriert, was eigentlich Programm wäre z.B. weil Ängste, Zweifel, mangelnde Perspektiven euch aufhalten, dann holt euch Hilfe, denn sonst spuckt euch das System aus. Das ist systemtheoretisch gesetzt. Ignoriert ihr den Punkt, tappt ihr vermutlich in die Burnoutfalle. Denn ihr habt die Grenzen unter Annahme 2) vermutlich ignoriert oder nicht ernst genommen. Lest hierzu auch nochmal meinen Artikel Vorsicht Burnoutfalle.

Ein Grund, warum Steve Jobs, auch als Führungskraft so erfolgreich war, war, dass er für jede Entscheidung wirklich Verantwortung übernommen hat und sich bezüglich gewisser Eventualitäten Pläne und Lösungen zurechtgelegt hat. Er hat sich also auf das berufen, was er selbst kontrollieren kann und nicht, was andere für ihn kontrollieren und konnte zwischen beidem unterscheiden.

Unterrichtet ihr noch oder gestaltet ihr schon? Seid ihr Leader eures eigenen Lebens oder lasst ihr für euch entscheiden?

Bianka Vetten

Bianka Vetten

Dein Lehrercoach & Partner

Ehemalige leidenschaftliche Studienrätin und Ausbilderin, Business- und Karrierecoach, Trainerin, Reiss Motivation Profile Masterin, Personal-, Organisations- und Teamentwicklerin

bianka@lehrercoaching.de